Vulkanausbruch Cumbre Vieja auf La Palma - Einschränkungen für Kreuzfahrten
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Vulkanausbruch auf La Palma: So reagieren AIDA, TUI Cruises und andere Kreuzfahrt-Reedereien

Bild: Depositphotos / Cavan

Am Sonntag, den 19.09.2021 ist auf La Palma ein Vulkan im Nationalpark Cumbre Vieja ausgebrochen.

Die direkten Folgen der Eruption bekommen derzeit vor allem die Gemeinden El Paso, Los Llanos de Aridane und Tazacorte auf der Westseite der Kanaren-Insel zu spüren.

Zahlreiche Kreuzfahrt-Reedereien planen Winter-Kreuzfahrten, bei denen der Hafen von Santa Cruz de La Palma angelaufen wird – darunter auch AIDA Cruises und TUI Cruises.

Der Kreuzfahrthafen liegt auf der Ostseite der Insel und ist damit nicht direkt vom Vulkanausbruch betroffen.

Kreuzfahrt-Gäste fragen sich: Findet die Kreuzfahrt wie geplant statt? Wird ein sicherer Aufenthalt auf La Palma möglich sein? Kommt es zu einem Umrouting (Absage des Anlaufs in La Palma)?

Hafen von Santa Cruz de La Palma nicht direkt betroffen

Der Vulkanausbruch spielt sich auf der Westseite von La Palma ab, während der Hafen von Santa Cruz de La Palma auf der Ostseite liegt.

Der Schiffsbetrieb an sich ist derzeit nicht beeinträchtigt.

Zwar hat die Kreuzfahrt-Saison noch nicht begonnen, jedoch legen z.B. (auch weiterhin) täglich Passagierfähren im Hafen von La Palma an.

Anders als der Flugverkehr (die Triebwerke reagieren sehr sensibel auf Asche-Partikel), ist der Schiffsverkehr derzeit also nicht unmöglich.

Rein nautisch und technisch würde also vermutlich nichts gegen einen Anlauf von La Palma sprechen – auch wenn der Vulkanausbruch noch anhält.

Jedoch müssten Kreuzfahrt-Passagiere mit Einschränkungen rechnen:

  • Landausflüge nur eingeschränkt möglich (Sperrungen im Eruptionsgebiet auf der Westseite)
  • aber auch die Ostseite der Insel ist betroffen (u.a. zeitweise Niedergang von Vulkanasche, Beeinträchtigung der Luftqualität, leichte aber spürbare Erdbeben)

Wie sich die Lage weiter entwicklen wird, ist unmöglich vorherzusagen. Da wagen auch die Experten von INVOLCAN (Vulkan-Institut der Kanarischen Inseln) und PEVOLCA (Notfallplan für Vulkanausbrüche auf den Kanarischen Inseln) keine weitreichenden Prognosen.

Reedereien wie AIDA Cruises und TUI Cruises haben teils bereits reagiert und Routenänderungen angekündigt.

Hafen von Santa Cruz de La Palma

Bild: Depositphotos / AngelaRohde

Katastrophengebiet La Palma – Umrouting bei AIDA, TUI Cruises und weiteren Reedereien

AIDA Cruises – Umrouting La Palma

AIDAmar sollte eigentlich bereits im November eine Kanaren-Route fahren, die La Palma fest in Namen trägt – die Rede ist von Kanaren & Madeira mit La Palma.

Die Reederei hat auf den Vulkanausbruch reagiert und alle November-Anläufe in La Palma gestrichen.

Statt besagter Kanaren & Madeira mit La Palma fährt AIDAmar die Ersatz-Route Kanaren & Madeira, bei der statt La Palma der Hafen Puerto del Rosario auf Fuerteventura angelaufen wird.

Derzeit ist der nächste Anlauf auf La Palma am 03.12.2021 geplant.

TUI Cruises – Umrouting La Palma

Von TUI Cruises konnte ich noch kein offizielles Statement zu La Palma-Kreuzfahrten vernehmen.

Nach meinen Informationen sind weiterhin die folgenden Anläufe in Santa Cruz de La Palma geplant bzw. wurden mittlerweile bereits durchgeführt:

  • Mein Schiff 3 (02.11.,14.11. und 22.11.2021)
  • Mein Schiff 4 (18.11.2021)

TUI Cruises scheint also an der ursprünglichen Planung festzuhalten. Das heißt, La Palma wird auch während des Vulkanausbruchs angesteuert.

Der erste planmäßige Anlauf der Wintersaison 2021 / 2022 in La Palma erfolgte am 02.11.2021 durch Mein Schiff 3 – trotz (oder gerade wegen) aktivem Vulkan.

TUI Cruises kommt auch während des Vulkanausbruches nach La Palma - hier Mein Schiff 3 im Hafen von Santa Cruz de La Palma

Bild: Screenshot Schiffsposition von Mein Schiff 3 (02.11.2021 9:30 Uhr), Kartenmaterial: OpenStreetMap (ODbL)

Weitere Reedereien und Kreuzfahrten nach dem Vulkanausbruch

Ich vermute, dass auch andere Reedereien ggf. reagieren und Anläufe in La Palma absagen, so lange der Vulkanausbruch anhält. AIDA Cruises hat es vorgemacht.

La Palma gilt derzeit als Katastrophengebiet.

Betont wird jedoch von offizieller Seite aus, dass mit Ausnahme des direkt betroffenen Gebietes rund um den Vulkan der Urlaub in La Palma sicher sein soll – mehr dazu hier.

Es hat sich sogar ein Vulkan-Tourismus etabliert – als Reisen, die die Besichtigung des Eruptionsgebietes zum Gegenstand haben.

Ob man das gut oder schlecht findet, sei dahingestellt. Fest steht jedoch, dass es derzeit Touristen gibt, die nicht trotz sondern gerade wegen dem Vulkan nach La Palma kommen.

Irgendwo kann man das ja verstehen. Vulkanische Ereignisse wie dieses ereignen sich nicht gerade täglich und haben neben dem erzeugten Leid durchaus auch eine faszinierende Seite.

Lava fließt in den Atlantik - Satellitenaufname ESA

Bild: Copernicus Sentinel (2021), bearbeitet von ESA - CC-BY-SA 3.0 IGO

Kreuzfahrten derzeit keine Priorität auf La Palma

Zwar sind die Ozeanriesen im Hafen von Santa Cruz de La Palma gerne gesehen, jedoch bewegt viele Einwohner von La Palma derzeit vermutlich anderes.

Über 7.000 Einwohner wurden evakuiert. Mehr als 1.000 Gebäude wurden bereits von den Lavamassen zerstört.

Gerade im Aridane-Tal auf der Westseite ist an ein normales Leben kaum zu denken – in der Nacht hält das Grollen des Vulkans wach, am Tag gibt es nur wenige Möglichkeiten, ein „normales“ Leben zu führen.

Einige wichtige Straßen sind gesperrt bzw. nur für Anwohner und Rettungskräfte befahrbar. Andere Straßen und Infrastruktur wurden bereits von der Lava überrollt.

Die Luftqualität ist in der Nähe des Vulkans je nach Tageslage schlecht und es können große Mengen an Asche niedergehen.

Von direktem Kontakt mit der Vulkanasche raten die Behörden ab. Es wird empfohlen, die Fenster geschlossen zu halten und sich nicht im Freien aufzuhalten – und wenn doch nur mit Schutzmaske und Schutzbrille.

Nach dem Coronavirus ist es bereits die zweite große Krise für den Tourismus auf La Palma in kurzer Zeit.

Wobei – mit dem „Vulkan-Tourismus“ (Ausflüge in die Nähe der Eruptionszone) scheint sich ein neues touristisches Geschäftsfeld eröffnet zu haben, was kontrovers diskutiert wird.

Aber: Der Vulkan hält sich nur an Naturgesetze. Solange die Aktivität nicht erlischt, ist an ganz „normalen“ Tourismus eher nicht zu denken.

Patrick Woessner

Hallo, ich bin Patrick. In der Kreuzfahrt-Branche kenne ich mich bestens aus. Mittlerweile lebe ich auf der Kanaren-Insel La Palma. Hier führe ich beide Welten zusammen: Kreuzfahrten und die Kanarischen Inseln.

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